So könnte der Sommerurlaub in Zeiten von Corona aussehen | skipass24

So könnte der Sommerurlaub in Zeiten von Corona aussehen

Urlaub im fernen Ausland ist sehr unwahrscheinlich, denn die weltweite Reisewarnung der Bundesregierung wurde gerade erst bis Mitte Juni verlängert. Somit wird es diese Sommerferien wohl keinen Urlaubsspaß in Spanien oder Griechenland geben, sondern in deutschen Regionen, besonders an Ost- und Nordsee.

Schleswig-Holstein freut sich schon auf Gäste aus NRW
Dafür locken deutsche Bundesländer an Nord- und Ostsee die Urlauber an: Niedersachsen erlaubt Ferienhausanbietern und Campingplatzbetreibern die Öffnung ihrer Anlagen ab diesem Monat. Im beliebten Bundesland Schleswig-Holstein können Besitzer aus NRW in ihren Ferienwohnungen bereits ab Montag (04.05.2020) wieder übernachten. Auch Dauercamper sind wieder willkommen.

Als möglicher Starttermin für die Wiedervermietung von Ferienwohnungen in Schleswig-Holstein steht der 18.Mai in Aussicht. Auch Bayern hat aktuell angekündigt, Gaststätten und Hotels im Mai schrittweise wieder zu öffnen. Bettina Bunge, Geschäftsführerin der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein, sagt: „Wir freuen uns nach der zu erwartenden schrittweisen Öffnung des Tourismus wieder auf viele Gäste in den nächsten Monaten, gerade auch aus unserem wichtigsten Quellmarkt Nordrhein-Westfalen.“ Aber eins ist sicher: Dicht an dicht am Strand liegen geht nicht.

Mecklenbug-Vorpommern ab Pfingsten wieder Urlaubsziel
In Meck-Pomm sind ab dem 25.Mai die Grenzen für Touristen aus allen Bundesländern offen. Den Hotels soll eine Vermietung von maximal 60 Prozent ihrer Bettenkapazitäten erlaubt werden.

Wie ein Urlaub in Corona-Zeiten an der Ostsee ablaufen könnte, erklärt Tobias Woitendorf, Geschäftsführer des Landestourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern. Für alle Bereiche gilt jedoch, wie jetzt auch schon im Alltag: Abstands- und Hygiene-regeln einhalten. Und es braucht mehr Planung und mehr Geduld.

Was geht am Strand?
Tobias Woitendorf ist sich sicher, dass es überfüllte Strände bestimmt nicht geben wird. Dafür werde schon die Beschränkung der Bettenkapazitäten sorgen. Man werde regulierend eingreifen, sollte es zusätzlich noch zahlreiche Tagestouristen aus dem Norden geben.

Wie genau, das wird noch in einer „Arbeitsgruppe Strand“ erarbeitet. Aber mit Sicherheit wird es keine flächendeckenden Parzellierungen geben. Bereits jetzt schon bieten Strandkörbe und Windschutzvorrichtungen die Möglichkeiten, einen Claim abzustecken.

Was geht in Hotels und Ferienwohnungen/-häusern?
Mit Ferienwohnungen und -häusern, in denen eine Kernfamilie Urlaub macht, ist es natürlich am einfachsten. Das ist fast wie zuhause. „Vor dem Bezug und im Anschluss wird die Wohnung desinfiziert“, sagt Woitendorf.

Damit auch bei den Mahlzeiten im Hotel die Abstandregeln gewahrt werden, müssen sich Hotelurlauber darauf einstellen, dass sie für das Essen vielleicht ein Zeitfenster zugewiesen bekommen, das mal früher oder später ist als gewohnt.

Was geht auf Campingplätzen?
Zunächst klingt ein Campingplatz nach einem einfachen Bereich – der andere Caravan und das Nachbarzelt stehen weit genug entfernt. Aber es gibt viele Gemeinschaftsbereiche: sanitäre Anlagen, der Anmeldebereich, der Spielplatz. Für diese Teilbereiche gelten deshalb alle Regeln, die es gibt.

Was geht in Restaurants?
Die Abstandregeln müssen eingehalten werden und es wird viel über Reservierungen laufen. Das heißt, es können nicht soviel Gäste, wie sonst üblich, bedient werden. Die Service-Kräfte werden Masken tragen. Gäste müssen natürlich keine Masken tragen – schließlich sind sie zum Essen da. Eine Person von einer Gruppe/Familie muss die Kontaktdaten hinterlegen, damit eine eventuelle Infektionskette nachverfolgt werden kann.

Auf dem Tisch wird Salz und Pfeffer in Mini-Portionen verpackt sein, damit nicht nach jedem Gast die Streuer desinfiziert werden müssen. Das sind Kleinigkeiten, die Teil eines großes Hygiene-Konzepts der Gastronomie sind.

Fazit:
Niemand muss Sorge vor Überfüllung haben. Eher schon, dass die durch Corona-Auflagen begrenzten Kapazitäten ausgebucht sind. Sicher ist: Es wird ein anderer Urlaub sein – so wie aktuell auch der gesamte Alltag anders ist. Mit mehr Planung, mehr Geduld, mehr Abstand und hoffentlich auch Verständnis und Aufmerksamkeit für andere. Aber wer an Nord- und Ostsee reist, wird definitiv einen Urlaub mit Meer und Strand haben.

07.05.2020, Advanced Media AG / J.T.

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